Tag der freien Schulen
Am Tag der freien Schulen durften die Klassen W10a2, W10a3, W10a4, W11a2 und R9a besondere Gäste begrüßen: Herr Prof. Dr. Winfried Bausback (MdL) sowie Herrn Markus Schlemmer, Oberbürgermeisterkandidat für Aschaffenburg, beide von der CSU. Im Rahmen einer Diskussionsrunde stellten sich beide den vielfältigen und interessierten Fragen der Schülerinnen und Schüler.
Zu Beginn berichteten beide Politiker über ihre Person und ihr Wirken. Auf die Frage, ob Herr Schlemmer lieber Politiker oder Polizist sei, antwortete er ehrlich, dass ihm beide Rollen viel bedeuten. Besonders schwierig werde es für ihn – sollte er die Wahl für sich entscheiden – seine Entlassungsurkunde aus dem Polizeidienst entgegen nehmen zu müssen – ein „komisches Gefühl“, wie er schilderte. Dennoch mache ihm die politische Arbeit große Freude, da sie die Möglichkeit biete, Verantwortung zu übernehmen und aktiv mitzugestalten. Gemeinschaft und Zusammenhalt seien für ihn dabei zentrale Werte.
Ein wichtiges Thema war die Zukunft Aschaffenburgs. Am Herzen liege besonders die Wirtschaftsförderung in Aschaffenburg. Eine starke Wirtschaft schaffe finanzielle Spielräume für soziale Projekte. Ziel sei es, Unternehmen in der Stadt zu halten und gleichzeitig für eine saubere und sichere Stadt zu sorgen. Zudem soll auch Ziel sein Freizeitangebot ausbauen – mit mehr Ausgeh- und Sportmöglichkeiten, um neues Leben in die Stadt zu bringen. Auch die Sicherheit am Bahnhof wurde angesprochen: Hier könne man durch erweiterte Kameraüberwachung, stärkere Polizeipräsenz, bessere Beleuchtung sowie mehr Sauberkeit und Attraktivität Verbesserungen erzielen.
Im Bereich Bildung entwickelte sich eine intensive Diskussion. Markus Schlemmer sprach sich für mehr Freiheit für Schulen und Lehrkräfte aus. Er plädierte dafür, das „Korsett“ des Systems zu lockern und Raum für Gespräche über Alltag und moralische Fragen zu schaffen – eine Schulreform sei aus seiner Sicht notwendig.
Auch Winfried Bausback äußerte sich zum Schulsystem. Schule sei ein komplexes Feld. Wichtig sei es, Angebote zu eröffnen, die zu den individuellen Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler passen. Verschiedene Schularten und Zweige könnten helfen, Begabungen gezielt zu fördern. Zudem regte er an, die starke Gewichtung einzelner Leistungsnachweise zu überdenken. Aus dem Plenum kam der Impuls, dass Schulaufgaben teilweise zu stark zählen und mündliche Leistungen mehr Gewicht erhalten sollten. Ebenso wurde betont, dass schwächere Schülerinnen und Schüler besser aufgefangen werden müssten.
Spannend war auch die Frage nach der Realität von Fernsehkrimis im Vergleich zum Polizeialltag. Die Antwort: Die Abläufe seien durchaus realitätsnah dargestellt, jedoch stark komprimiert und mit mehr Action versehen. In Wirklichkeit dauerten viele Prozesse deutlich länger und seien oft weniger spektakulär – einzelne Sequenzen entsprächen jedoch durchaus der Realität.
Ein weiteres zentrales Thema war die politische Beteiligung junger Menschen. Prof. Dr. Bausback erklärte, es sei wichtig, junge Persönlichkeiten zu finden, die Gleichaltrige mitziehen können. Man müsse ihnen Spielraum geben, eigene Ideen einzubringen und sich aktiv mit ihrer Stadt auseinanderzusetzen. Auch Markus Schlemmer betonte, wie entscheidend es sei, auf Jugendliche zuzugehen, sie ernst zu nehmen und ihre Meinungen anzuhören. Politik habe Sinn – besonders dann, wenn man sich einbringe.
Auf die Frage, ob sie getroffene Entscheidungen bereuten, antworteten beide, im Wesentlichen zufrieden zu sein. Fehler gehörten zum Leben dazu, entscheidend sei jedoch, Verantwortung zu übernehmen und daraus zu lernen. Als gemeinsames Ziel nannten sie die Stärkung der Gemeinschaft und des Zusammenhalts innerhalb der Stadt.
Auch Zukunftsthemen wie Energie und Künstliche Intelligenz wurden diskutiert. Der Wunsch nach stabiler, widerstandsfähiger und regenerativer Energieversorgung wurde deutlich formuliert – mit Blick auf unabhängige Ressourcen, etwa durch neue Technologien wie die Kernfusion. Beim Thema KI wurde betont, dass sie Chancen und Gefahren zugleich berge. Sie könne Prozesse effizienter machen und unterstützen, müsse jedoch stets mit menschlichem Verstand überprüft und verantwortungsvoll eingesetzt werden.
Zum Abschluss zeigte sich unser Schulleiter Falko Krauß begeistert von der hohen Qualität der Diskussion. Die Fragen der Schülerinnen und Schüler seien durchdacht und anspruchsvoll gewesen, die Antworten differenziert und offen. Ein großer Dank galt allen Beteiligten für eine rundum gelungene und inhaltlich hochwertige Veranstaltung.
